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Reisebericht Rollerreise 10 tägige Vierländertour Berlin-Tschechei-Slowakei-Ungarn-Austria-Berlin (Danke an Gerd vom Piaggio-MP3 Forum)
Tourbeschreibung BerlinTschechei-Slowakei-Ungarn-Austria-Berlin
Vorbereitung: Wir haben die Tour mit zwei Piaggio MP3 400 LT geplant. D.h. meine Lebensgefährtin Marion und Gerd mit seinem Roller. Da meine Freundin den Sozius Sitz belegte blieb mir nichts anders übrig als mit Seitenkoffern zu fahren. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kofferträger für die LT Serie. So mussten die der RL Serie an den Roller angepasst werden. Mit den zwei 45 Liter Koffern näherte sich der Cw-Wert einer Schrankwand. Auch wurde der Roller recht hecklastig.
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Fürs Zelten besorgten wir uns ein Kuppelzelt der Firma Robbins, das sich durch schnellen Aufbau und gute Durchlüftung auszeichnete. Zum Kochen, das heißt für den Kaffee und Tee, besorgten wir uns einen russischen Nachbau des Enders Benzinkochers aus der Bucht. Der bekam dann auch, bei uns, prompt den Namen Benzinbombe verpasst. Mit einem Alu-Windschutz von Globetrotter verrichtete der Kocher seine Arbeit problemlos.
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Berlin - Litomerice (Leitmeritz) 307 km Wir haben einfach auf dem Garmin Litomerice, ohne Autobahnen eingestellt. Die Route führte uns auf Bundesstraßen nach Dresden, und von da über die B170 nach Zinnwald (800m). Überraschenderweise, das Navi nimmt ja gerne die Strecken in der Nähe der Luftlinie, ging es dann auf kleinen Straßen, zum tschechischen Ort Krupka. Immer den Berg runter auf 200m. Was für eine schöne, aber steile Abfahrt.
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Am Abend haben wir in einer Pension bei Litomerice eingecheckt. Später haben wir dann am wunderschönen Marktplatz in Litomerice zu Abend gegessen.
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Litomerice - Brno (Brünn) 294 km Die Route führte quer durch Tschechien immer wieder über viele Hügel, mit vielen Wäldern und dann wieder entlang endloser Felder. Leider traf uns dabei auch ab und zu der Regen. Am Abend haben wir auf einem Campingplatz bei Brno übernachtet und uns eine Hütte für zwei Nachte gemietet.
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Später wurden wir von einer Gruppe Studenten, die an einem Kaffee am See feierten, eingeladen. Am nächsten Tag war Relaxen angesagt. Dabei waren wir auch in einem nahem Schloss.
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Brno - Komarom 253 km Die Fahrt von Brno zur Grenze der Slowakei verlief, bis auf den Berufsverkehr in Brno, problemlos. In der Slowakei angekommen versuchten wir uns eine Vignette für den Straßenverkehr an der ersten Tankstelle zu kaufen. Die komplette Mannschaft der Tankstelle bestaunte unsere MP3's und erklärte, für Motorräder bräuchte man in der Slowakei keine Vignette. So rollten wir dann über ein kleines Gebirge und durch den Regen gen Ungarn. Den ganzen Tag waren tiefdunkle Wolken, begleitet durch starken Wind und Regen, immer hinter uns.
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Unmittelbar vor Komarno blieben wir dann vor einem Bahnübergang hängen: Die Slowakische Bahn hatte beschlossen die Platten vom Bahnübergang auszuwechseln und keine Umleitungsschilder aufgestellt. So mussten wir uns über Feldwege zum nächsten Bahnübergang durchschlagen. Da wir den Campingplatz in Komarno nicht fanden, beschlossen wir uns gleich auf die ungarische Seite zu schlagen. Leider waren dort die Campingplätze teuer (Kommentar: aber sie haben doch den Eintritt ins Termalbad frei...). So fanden wir in einem nahen Ort eine saubere Pension (13 EUR pro Person).
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Komarom - Fonyod (Balaton/Plattensee) 185 km Hier machte das Fahren dann so richtig Spaß. Zwar immer noch Seitenwind, aber dafür sehr viel bessere Straßen als in Tschechien oder der Slowakei. Auch führten viele Straßen, nicht durch die Orte hindurch, sondern herum. So gelangten wir ohne Probleme durch weite Felder an den Balaton. Allein schon das grüne Leuchten des Sees war schön.
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Dort wurde es allerdings auch schwüle 32 Grad warm. Die Wassertemperatur war bei "kühlen" 25 Grad. Jetzt war relaxen pur angesagt und wir bauten unsere Zelte nahe der Bahnlinie auf. |
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Was den Bahndamm in Fonyod auf dem Zeltplatz hinter uns angeht: der hat nicht wirklich gestört, weil nach 20 Uhr kein Personenzug mehr fuhr. Lediglich manchmal rumpelte noch ein Güterzug vorbei (incl. kleinem "Erdbeben"  , aber seltsamerweise juckte mich das überhaupt nicht. In der 1. Nacht wäre ich schon froh gewesen öfter einem "Erdbeben" zu begegnen um ja nicht das Getöse der VW-ler ertragen zu müssen. Leider war an diesem Tag dort das Treffen der VW Käfer und die feierten in der mobilen Disco 200m entfernt bis 2 Uhr.Dafür waren die kommenden zwei Nachte umso leiser. Trotzdem haben wir die Gegend um den See (118 km) erkundet. Jetzt ging es um die Planung der Rücktour. Die Wetterberichte von Polen sahen nicht so gut aus. Wir wollten einfach nicht noch mehr Regen sehen. Also beschlossen wir über das ÖsiLand zurückzufahren. |
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Fonyod - Graz 232 km Am See entlang fuhren wir durch langsam immer hügeligeres Terrain auf 500m nach Österreich. Es gab wieder, bei der Grenze, eine Diskussion über die Vignetten beim Verkauf und so klebt jetzt eine Version für einspurige Fahrzeuge auf meinem mehrspurigen Roller. So rollten wir weiter übers gut beschilderte Österreich (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung 70 km/h mit Zusatz 2166m) Richtung Deutschland. In Graz erwischte uns dann der Regen. Ein nicht endenwollender Wolkenbruch. Eine Unterkuft mußte her! So fanden wir eine teure, Luxus-Pension. Am Abend sind wir, ganz, im österreichischen Stil, bei einem Italiener eingekehrt. Das grinsende Gesicht werde ich nie vergessen wie er sagte "hier Ihr Wiener Schnitzel" und mir mein hervorragendes Scaloppine alla Pizzaiola brachte. |
Graz - Straubing 399 km Der nächste Tag erwarte uns mit strahlendem Sonnenschein. Wir fuhren auf der gut ausgebauten Autobahn durch viele lange, zum Teil mautpflichtige Tunnels, auf 867m Höhe. Dabei immer den Blick auf die Berge. Kaum in Deuschland, vermißten wir bereits die österreichischen Autobahnen. In Deutschland ging es dann über Passau nach Straubing. Dort merkten wir wie geschafft wir von der Fahrt waren und beschlossen unsere Zelte in Straubing aufzustellen. Der Campingplatz ist dort von allerfeinsten und wir genossen die Ruhe.
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Straubing - Berlin 544 km Am Morgen stellte sich heraus, dass meine Freundin krank war: Blase verkühlt. Also beschlossen wir sie bei der Bahn abzusetzen (Eisenbahner haben es billig). Von Nunmehr zu zweit gingen wir den Rest an. Den LKW Verkehr auf den deutschen Autobahnen brauche ich nicht zu beschreiben. Aber wir wollten am Abend in Berlin sein. Nach vielen Pausen waren gegen 21 Uhr endlich in Berlin wo meine Freundin bereits auf mich wartete.
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Fazit: Die Tour mit insgesamt 2344 km hat uns allen viel Spaß gemacht. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt. Aber es war auch anstrengend. Grade meine Freundin hat das gespürt, trotz der aufgepolsterten Sitzbank. Wir haben viel gesehen und neue Leute kennengelernt. Nächstes Jahr geht es vielleicht nach Schweden. Da hat meine Familie ein Haus. Guter Ausgangspunkt für Touren. Unsere 3räder waren übrigens auf der ganzen Tour brav, keinerlei Ausfälle gab's. Was man nicht von jedem MP3 behaupten kann... Der Spritverbrauch hielt sich auch in Grenzen solange die 100km/h-Marke nur kurz überschritten wurde. Ab Straubing drehten wir aber etwas weiter auf und je näher die Heimat rückte, desto öfter freuten sich die Tanken. Naja, Heimat ist eben durch nichts zu ersetzen...
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